Erinnerungslandschaft
Erinnerungslandschaft

Tag der Menschenrechte 10. 12. 2018

Der Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nienburg engagiert sich für eine Stadtgesellschaft der Vielfalt und Demokratie, für die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und ihre Folgen bis heute und für die Weiterentwicklung der Gedenkarbeit in Nienburg. Bei dieser Arbeit setzen wir uns mit vielen Aspekten von Menschenrechten und Menschenrechtsverletzungen in Vergangenheit und Gegenwart auseinander. Für diese Ausstellung haben wir beispielhaft zwei Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gewählt, die uns immer wieder beschäftigen: Artikel 5 und Artikel 21. 

Artikel 5

Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.

Es gibt genügend Fotos aus den KZs und Vernichtungslagern des NS-Terrors, welche die grausame Verfolgung und Vernichtung von Juden oder Sinti und Roma zeigen. Aber Folter und unmenschliche Behandlung waren Elemente des Alltags im Nationalsozialismus lange vor Beginn des Holocaust. Dieses Foto zeigt jüdische Menschen in Wien zur Zeit der Novemberpogrome von 1938, von Nazischergen gezwungen, den Bürgersteig zu schrubben. Die „normale“ Bevölkerung schaut zu.

 

Artikel 21

(1) Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.

(2) Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.

(3) Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muss durch regelmäßige, unverfälschte, allgemeine und gleiche Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.

2018 erinnern wir besonders an den Beginn des allgemeinen Wahlrechts in Deutschland vor hundert Jahren, insbesondere an die Einführung des Frauenwahlrechts. Diese wesentlichen Merkmale einer demokratischen Gesellschaft wurden durch das NS-Regime außer Kraft gesetzt. Aber nicht nur das, Juden und Sinti sowie anderen Verfolgten wurden die Mitwirkung an öffentlichen Angelegenheiten, der Zugang zu Ämtern und vielen Berufen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ab 1933 verwehrt.

 

An diese und andere Menschenrechts-verletzungen wollen wir mit unserer Gedenkarbeit erinnern!

Wir wollen die Demokratie in Deutschland verteidigen und einen neuen Nationalsozialismus verhindern!

 

Info-Abend mit Vortrag und Ausstellung:

Naturfreundehaus, Luise-Wyneken-Straße 4

31582 Nienburg, 10. 12. 2018, 18 Uhr

Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nienburg

Handlungsorientiertes Gedenken

Mahnmale und Erinnerungsorte

Geschichtsaufarbeitung

Beratung und Kommunikation

Gestaltung der Gedenktage

 

Projekte:

Forum des Gedenkens (27. Januar)

Mare dschunglesta tsiro (Erinnerung an die Verfolgung der Sinti, Roma und Jenischen)

Kooperationspartner: 

Forum für Sinti und Roma Hannover

1. Sinti Verein Ostfriesland